Sonntag, 16. Juli 2017

Hinter den Augen der Welt | Rezension

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Titel: Hinter den Augen der Welt 

Autorin: Tess Schirmer

Verlag: QuerVerlag (2017)
Buch: Taschenbuch - 16,90

 480 Seiten
empfohlen ab 15 Jahren

Das Leben der jungen Mary Grosvenor im England des 17. Jahrhunderts besteht aus Reiten, eleganten Ballkleidern und dem Streben nach gesellschaftlicher Anerkennung. Kein Wunder, dass Fynn, der schweigsame und geheimnisvolle Stallbursche auf Eaton Hall, ihre Welt auf den Kopf stellt. Als sich bald herausstellt, dass es sich bei dem zupackenden jungen Mann um eine Frau handelt, ist Mary zunächst entsetzt und erkennt schnell, dass Fynn ihr eben deshalb die Sinne so zu vernebeln vermag.
Diese unmögliche Liaison beäugen jedoch viele mit Skepsis und Missgunst: die Tochter des intriganten Earls of Marlborough, Elizabeth; Marys Zofe Camillia, die eigene dunkle Geheimnisse hegt, und nicht zuletzt Marys Vater sowie ihr Halbbruder Richard, die Mary den Familieninteressen unterwerfen wollen bei einem Hexenprozess zeigt sich schließlich das wahre Gesicht aller Beteiligten
Tess Schirmer, wurde 1990 in Magdeburg geboren. Mit Blick auf die Elbe und einem Wald hinterm Haus entdeckte sie früh die Liebe zum Detail und Verträumten. Bis 2016 studiert sie Medizin in Berlin und Paris, recherchiert, malt und tanzt argentinischen Tango.

Hinter den Augen der Welt ist ein historischer Roman und doch so viel mehr, als nur eine Reise durch die Zeit. Ich habe dieses Buch tatsächlich zwei Mal begonnen, was mich im Nachhinein etwas wundert, denn als ich es das erste Mal begonnen hatte flog ich zehn Seiten durch das Buch und dann stoppte mein Interesse plötzlich, einfach so und ohne Grund. 
Vielleicht lag es auch daran, dass ich damals in einer ziemlichen Leseflaute gesteckt hatte und erst eine Woche später mit einer Überwältigung dieser das Buch wieder begonnen haben zu lesen - ich habe es nie bereut. 

Erzählt wird das Buch hauptsächlich aus Marys Sicht, um den Spannungspegel oben zu halten kommt unter anderem auch ihr Bruder oder Fynn zu Wort. Der Schreibstil ist sehr angenehm zu verfolgen und passt perfekt in die Epoche, ohne überschwingelich und zu verschachtelt zu wirken. 

Dieses Buch ist eingenistet in eine Kulisse, in der ich selbst gerne aufgewachsen wäre, es ist so luxirös und keiner macht sich Sorgen, doch im Hintergrund spielen Schatten der Vergangenheit ihr verächtliches Spiel. 
Mary war mir am Anfang nicht sonderlich symphatisch - sie war halt einfach ein verwöhntes Mädchen, dass immer schon eine Sonderstellung hatte und diese mit jedem Atemzug ausgelebt hatte, bis plötzlich ihre Welt nicht mehr ganz stimmte. 

Mit der Zeit gefiel mir Mary, doch am meisten war ich immer noch an Fynn interessiert, der beziehungsweise die mich zur Weißglut, zum Nachdenken und doch wieder zum Schmunzeln gebracht hat. 
Das Buch hatte neben dem lebendigen Schreibstil und dem verdrehten Plot mit einer guten Spannungskurve, auch etwas sehr emotionales an sich, am Ende musste ich erst einmal alles realisieren - vor allem, dass es ein historischer Roman war.

 Spannung, Liebe, Anerkennung und Bekennung in einem Buch!
Eine besondere Liebe zwischen zwei Mädchen, in einer Epoche, wo sie sich nicht lieben dürften.

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