Montag, 3. Juli 2017

Schwesterherz | Rezension

https://www.randomhouse.de/content/edition/covervoila_hires/Ohlsson_KSchwesterherz_MB1_180903.jpg Titel: Schwesterherz
Orginaltitel: Lotus Blues
1. Band der 2-teilige-Serie Martin Benner; 2.Band: Bruderlüge (bereits erschienen)

Autorin: Kristina Ohlsson 

Verlag: Limes Verlag (2016)
Buch: broschierstes Taschenbuch - 14,99

 480 Seiten
empfohlen ab 15 Jahren

Wer war Sara Texas? 
Kaltblütige Serienmörderin oder unschuldiges Opfer?

Staatsanwalt Martin Benner will Bobby Tell eigentlich schnellstmöglich wieder loswerden: Dieser ungepflegte, nach Zigaretten stinkende Kerl wirkt erst mal wenig vertrauenswürdig. Sein Anliegen ist nicht weniger prekär: Tells Schwester Sara – eine geständige fünffache Mörderin, die sich noch vor der Verfahrenseröffnung das Leben nahm – soll unschuldig gewesen sein, und Benner soll nun posthum einen Freispruch erwirken. Vor Gericht hätte die Beweislage damals nicht mal ausgereicht, um Sara zu verurteilen, doch unbegreiflicherweise legte sie ein umfassendes Geständnis ab und konnte sogar die Verstecke der Tatwaffen präzise benennen. Benners Neugier ist geweckt, und er nimmt das Mandat an …
Kristina OhlssonKristina Ohlsson, Jahrgang 1979, arbeitete im schwedischen Außen- und Verteidigungsministerium als Expertin für EU-Außenpolitik und Nahostfragen, bei der nationalen schwedischen Polizeibehörde in Stockholm und als Terrorismusexpertin bei der OSZE in Wien. Mit ihrem Debütroman "Aschenputtel" gelang ihr der internationale Durchbruch als Thrillerautorin, gefolgt von weiteren Fällen von Fredrika Bergman und Alex Recht. Neben der Veröffentlichung ihrer erfolgreichen Jugendbücher schuf Kristina Ohlsson einen neuen Ermittler: Anwalt Martin Benner.

Schwesterherz ist als Thriller angelegt - hat jedoch einige Elemente des Krimis inbegriffen, was mir beim lesen des Klappentextes und auswählen des Buches bewusst war, mich der Inhalt jedoch so angesprochen hat, dass ich es trotz meiner kleinen Abneigung gegenüber Krimis gelesen habe. 
Und ich muss sagen, ich habe es nicht bereut, denn dieses Buch hat mir das Kriminalwesen noch ein wenig näher gebracht und die Abneigung gegenüber Detektivgeschichten ein wenig geschwächt.

Die Hauptperson, aus der der Leser die Geschichte rund um den Fall Sara Texas, erzählt, ist Martin Benner, der durch und durch nicht einfach gestrickt ist - nicht nur seine unaufhörliche Neugier und der Ader, die ihn so symphatisch macht, oder auch wieder unsymphatisch, versetzen diesem Charakter Geschichte. Es ist seine eigene Vergangenheit, die ihn dazu bringt, weiter zu forschen wo anderen ihm sagen, dass schon längst Schluss sein sollte. Er und auch die anderen Charaktere haben etwas von einem Hollywoodfilm, man kennt sie, aber man kennt sie genau deswegen auch nicht, da sie verstrickter und gut durchdachter sind, als der Leser am Anfang denken mag.

Der Schreibstil der Autorin ist grandios, da muss ich kein Blatt vor den Mund nehmen - das ist eine Mischung aus Selbstverständlichkeit, Umgangssprache und dem Wissen, mit Worten richtig zu handtieren, machen aus diesem Buch etwas ganz besonderes. Es ist einfach und schnell durchzulesen und trotzdem sind immer längere Phasen der Erklärung, die das ein oder andere Mal wieder zu lesen sind, um sie wirklich zu verstehen und sich seine eigenen Gedanken zu dem Fall zu machen.

Optisch gesehen ist das Buch ein Hinkucker, denn die düstere Gestaltung hat mich sofort angesprochen - doch auch die Handlung hat meiner Meinung nach einen guten Spannungsbogen gehabt und war absolut nachvollziehbar. An einigen Stellen habe ich weiter gedacht als Martin, die Hauptfigur, an einigen Stellen haben sich meine Vermutungen jedoch nicht erfüllt.
Um den Leser immer wieder stutzig zu machen, zieht die Autorin gut übergelgte Manöver - und das ist ein einzigartiges Talent.

 Spannung und Nervenkitzel hinter jeder Seite, dieses Buch hat es in sich.
Empfehlenswert für alle, die gerne düstere Bücher und Thriller mit Krimielementen lesen!

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